Warum du unbedingt Pferdetagebuch führen solltest

Pferdetagebuch

Tagebuchschreiben ist verrufen als fad, altbacken und Kinderkram. Aber ganz zu unrecht! Wer sich regelmäßig Zeit nimmt, um Pferdetagebuch zu schreiben, geht in die Stille und reflektiert sich und sein Handeln. Wer Pferdetagebuch schreibt, kommt wieder mehr in die Ruhe – eine ganz wichtige Voraussetzung, um sich im trubeligen Alltag zu erden und ein Ruhepol und sanfter Führer für sein Pferd zu werden!

Warum du unbedingt ein Pferdetagebuch führen solltest und warum uns das Schreiben mit Stift und Papier so guttut, habe ich Vanessa Beyer, Schreibmentorin und Texterin aus Leipzig und begeisterte Reiterin, gefragt.

Liebe Vanessa, wir haben uns ja zufällig übers Internet „kennengelernt“ und dann entdeckt, dass wir beide Pferde und das Reiten lieben und sogar Hunde derselben Rasse haben …

Wie bist du zu den Pferden gekommen? Was fasziniert dich so an diesen Tieren?

Oh, daran kann ich mich noch gut erinnern: Als ich noch klein war, haben meine Eltern mit mir Urlaub auf einem Bauernhof gemacht und bei einem Ausritt sind die Pferde durchgegangen. Zum Glück ist nichts passiert. Danach meinte ich, dass ich gerne Reiten lernen möchte. Zurück zuhause hatte ich meine erste Reitstunde, die allerdings nicht lang ging, weil ich so viel Angst hatte. Meine Reitlehrerin meinte damals, dass sie aus mir eine Reitmaus macht – und nun sitze ich schon seit über 20 Jahren im Sattel.

Zu meinem 12. Geburtstag stand dann mit einer großen roten Schleife um den Hals mein Pferd Cody in der Box. Cody war damals 6 Jahre alt und wenn ich nach rechts gehen wollte, ist er prinzipiell nach links gelaufen. Bei unserem ersten Turnier wurden wir in allen Prüfungen disqualifiziert, aber wir haben uns zusammengerauft und erritten uns u. a. fünf Europameistertitel. Heute genießen wir zusammen Codys Rentnerleben, und ich bin sehr dankbar, dass er mit seinen 24 Jahren noch so fit ist. 

Cody lehrte mir in all der Zeit – und das finde ich an diesen Tieren so faszinierend – was Geduld, Ehrgeiz und Vertrauen wirklich bedeuten. 

Vanessa und Cody waren sehr erfolgreich im Westernreitsport unterwegs. Sie gewannen u. a. fünf Europameistertitel!

Magst du meinen Leserinnen und Lesern kurz erzählen, was du neben Reiten und Gassigehen mit dem Hund sonst noch machst?

Ich verbringe gerne Zeit mit meinen Herzensmenschen, interessiere mich für mentale und emotionale Gesundheit und mache regelmäßig Sport. Außerdem ist meine Arbeit ein wichtiger und schöner Bestandteil meines Alltags. 

Du bist Schreibmentorin. Was kann man sich darunter vorstellen? Wobei hilfst du Menschen?

Als Schreibmentorin begleite ich Menschen dabei, ihre Gedanken, Gefühle und Geschichten in Worte zu fassen. 

Zum einen im beruflichen Kontext, indem wir zusammen Konzepte und Texte für die Brand Story, Websites, Blogs, Kurse oder Bücher kreieren. 

Und zum anderen auch für das Persönliche, denn wenn wir regelmäßig für uns selbst schreiben und dabei unsere innere Stimme wahrnehmen, können wir uns mehr Klarheit, Struktur, Selbstbewusstsein, Vertrauen, Leichtigkeit und Freude im Alltag und im Leben schenken.

Gab es auch schon Kundinnen oder Kunden von dir, die dich gebeten haben, ihnen mit ihren Texten zu einem speziellen Thema im Pferdesport zu helfen?

Nein, das gab es bisher leider noch nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Spontan finde ich zum Beispiel die Idee prima, ein Journal für Pferdebesitzer zu kreieren, in dem es darum geht, sich selbst als Reiter und die Verbindung zum Pferd mental und emotional zu stärken.

Tagebuch bzw. Pferdetagebuch zu schreiben hilft beim Lernen

In meinem Online-Kurs Relax and Ride bitte ich meine Teilnehmerinnen darum, zu jedem Modul ein Erfolgstagebuch bzw. Pferdetagebuch zu schreiben. Was sind die Vorteile, wenn man Erlebtes und zu Lernendes aufschreibt?

Beim Schreiben bringen wir unsere Gedanken, Gefühle und Geschichten aufs Papier. Sie verfliegen dann nicht so schnell wie das gesprochene Wort und stehen Schwarz auf Weiß vor uns. Journaling hilft uns, bestimmte Muster zu erkennen, beispielsweise in unseren Gedanken, Entscheidungen und Handlungen. Im Alltag verlaufen diese Prozesse ja meistens automatisch, also ohne, dass wir viel darüber nachdenken, und so können wir wieder mehr Bewusstsein in unser Leben bringen. 

Als Pferdebesitzer können wir uns zum Beispiel mal fragen:

  • Wie möchte ich als Pferdebesitzer eigentlich sein? Worauf lege ich persönlich Wert und wie kann ich meinem Pferd ein wundervolles Leben ermöglichen?
  • In welchen Situationen kommen wir immer wieder ins Hadern? Woran könnte das liegen? Wie kann ich mein Pferd und mich in diesen Situationen mit mehr Leichtigkeit unterstützen?
  • Wobei könnte es beim Training Schwierigkeiten geben und wie geht die bewusste, geduldige und liebevollste Version von mir damit um?
  • Was habe ich heute über mich gelernt? Was habe ich heute über mein Pferd gelernt? Welche Erkenntnisse nehme ich mir davon mit?

Statt also oft einfach nur zu reagieren, hilft uns das regelmäßige Schreiben dabei, unsere Mensch-Pferd-Beziehung klarer, fokussierter, einfühlsamer und vertrauensvoller zu gestalten.

Wenn du dich für meinen Online-Kurs Relax and Ride interessierst, melde dich für meine E-Mail-Liste an. So bist du immer top informiert, wann der Kurs wieder gebucht werden kann. Zudem erhältst regelmäßig Inspirationen, Tipps und Praxisvideos!

Vanessa Beyer Journaling
Durch das führen eines Pferdetagebuchs können wir das hektische Außen mal leiser drehen und im Innen wieder Ruhe finden, was uns auch im Umgang mit dem Pferd entspannter macht.

Was früher Tagebuchschreiben war, heißt jetzt Journaling

Ein Pferdetagebuch zu führen bekommt rasch das Etikett „altmodisch und kindisch“. Warum empfiehlst du, es dennoch zu tun?

Gerade als Erwachsene haben wir einen recht schnellen und getakteten Alltag mit Terminen, Verpflichtungen und Erwartungen. Beim Schreiben können wir das Außen mit all dem Trubel mal wieder leiser drehen und unsere innere Stimme wahrnehmen. Wir können mit uns selbst ins Gespräch gehen und wieder bewusster mit unseren Wünschen und Bedürfnissen verbinden. 

Das Schreiben mit der Hand ist außerdem wissenschaftlich nachgewiesen ein wundervolles Tool, um unsere Gedanken zu entschleunigen. Wenn wir zur Ruhe kommen, entspannen sich auch unsere Muskeln, der Blutdruck senkt sich und der Herzschlag wird reguliert. Wenn wir regelmäßig schreiben, kann das einen positiven Effekt bei Stress, innerer Anspannung und Unruhe, Schlafproblemen, Ängsten, bei bei der Stärkung des Immunsystems, Konzentration und Erinnerungsvermögen sein.

So wie wir im Stall einfach mal abschalten können und danach alle Probleme plötzlich kleiner sind, ist auch das Journaling eine wohltuende Möglichkeit, wieder mehr bei uns selbst anzukommen.

Pferdetagebuch in Kombination mit einer Achtsamkeitspraxis

Eine schöne Art, „Journaling“ zu betreiben, ist das Reflektieren über den Tag und eine Art Achtsamkeits- oder Dankbarkeitspraxis einzuführen.

Welche Tipps kannst du meinen Leserinnen geben, wenn sie darüber nachdenken, mit dem Pferdetagebuchschreiben oder dem Journaling anzufangen?

Häufig hören wir, dass wir unbedingt täglich schreiben müssten, dass morgens der perfekte Zeitpunkt ist und dass wir mindestens fünf Dinge aufs Papier bringen müssten, wofür wir dankbar sind. 

Ich finde, das Journaling sollte immer zur aktuellen Lebensphase passen. Frag dich daher am besten: Was brauchst du gerade? Was wünschst du dir von deiner Journaling Routine? Was ist wirklich realistisch? Und wie kannst du dich selbst dabei unterstützen, wirklich regelmäßig zu schreiben? 

Fang zum Beispiel ganz entspannt damit an, dass du dir ein Wort, einen Satz bzw. eine Frage notierst, die dich durch den Tag begleitet und dass du sie näher beschreibst. Oder frage dich, wie du dich gerade fühlst, wie du dich fühlen möchtest und was du dafür tun kannst, um diese Gefühle in deinen Tag zu bringen.

Je mehr du schreibst, desto mehr verbindest du dich mit deiner inneren Stimme und nimmst bewusster wahr, was du brauchst und was dir guttut.

 

Vanessa Beyer Pferdetagebuch

Wer ist Vanessa Beyer?

Vanessa Beyer ist selbstständige Schreib-Mentorin und Texterin. Sie begleitet Menschen dabei, ihre Gedanken, Gefühle und Geschichten in Worte zu fassen. In ihrem Newsletter Liebe Seele… berichtet sie jeden Sonntag von ihren eigenen Erfahrungen, Emotionen und Erkenntnissen. Im Liebe Seele…-Club lädt sie außerdem mit gezielten Vorlagen und live Journaling Sessions Menschen dazu ein, selbst regelmäßig den Stift und somit ihr Leben in die Hand zu nehmen. Ihre Feel Good-Manager sind dabei ihr 24-jähriger Paint Horse Cody und ihr
11-jähriger Australian Cattle Dog Paul.

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